Ballschule – Umspiel dein Handicap

Allgemeines

Die „Ballschule umspiel dein Handicap“ wurde von 2006 bis 2009 in allen Schulen für Körperbehinderte im Regierungsbezirk Nordbaden durchgeführt. Die Leitung dieses Dissertationsprojekts hatte Dr. Karina Essig. Ziel war die Konzeption und Evaluation eines ressourcenorientierten, sportspielübergreifenden Bewegungsprogramms für Kinder mit körperlichen Behinderungen sowie die gemeinsame Förderung von Kindern aller Behinderungsarten und somit die Anwendbarkeit auf sehr heterogene Gruppen.

Ausgangspunkt

Der Ausgangspunkt für diese Untersuchung war, dass verschiedene Körperbehinderungen zu Bewegungsmangel und eingeschränkten Wahrnehmungs- und Bewegungserfahrungen führen können. Neben sekundären Auswirkungen auf die körperliche Fitness und Gesundheit kann eine Körperbehinderung mangelnde Funktionalität, Aktivität und Teilhabe sowie negative Auswirkungen auf das Selbst- und Körperkonzept verursachen.

Es galt zu untersuchen, ob und inwieweit diese Ausgangssituation durch die ressourcenorientierte, sportspielübergreifende Intervention „Ballschule umspiel dein Handicap“ in eine neue, positive Richtung gelenkt werden könnte. Die Evaluation der Effekte auf die Entwicklung von körperbehinderten Kindern konzentrierte sich dabei auf den motorischen und den psychosozialen Bereich.

Wer nahm an dieser Untersuchung teil?

An dem Projekt nahmen über 80 Kinder mit körperlichen Behinderungen im Altern von 7-11 Jahren teil. Als Grundlage für die sportartübergreifende Intervention diente das langjährig erprobte Konzept der Ballschule Heidelberg, das auf die speziellen Bedürfnisse körperbehinderter Kinder abgestimmt wurde. Die sporttherapeutische Intervention konkurrierte nicht mit der Physiotherapie. Sie wurde zusätzlich zum individuellen Therapieplan der Kinder angeboten.

Ergebnis

Die Evaluation des Projektes ergab positive Effekte auf die körperliche und psychosoziale Entwicklung der teilnehmenden Kinder mit körperlichen Behinderungen. Dadurch konnte gezeigt werden, wie wichtig Sport und Bewegung für Kinder mit körperlichen Behinderungen sind. Es ist deutlich geworden, dass speziell auch Ballspiele für diese Zielgruppe geeignet sind und sich positiv auf die Entwicklungen körperbehinderter Kinder auswirken.

Das Projekt ist abgeschlossen. Ausführlichere Informationen zum Theoretischen Hintergrund, der Konzeption und die Evaluationsergebnisse sowie die hier genannten Literaturangaben finden Sie in der Dissertationsschrift von Dr. Karina Essig.