Ballschule INKLUSIV

logo inklusiv  In Kooperation mit: 

120910siegel_aufWeiss-Text NCT

 

L

L

L

 

L

L

 

Hintergrund
In den vergangenen Jahren haben sich die Behandlungsmöglichkeiten von Krebserkrankungen im Kindesalter stetig weiterentwickelt und so zu deutlich höheren Heilungsraten geführt. Die 5-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit liegt heute bei ca. 80 %. Trotz der sich immer weiter verbessernden Therapiemöglichkeiten bleibt die Behandlung durch Chemotherapie und je nach Krebsentität auch durch Operation und Strahlentherapie für die Betroffenen sehr intensiv. Zahlreiche und vielfältige krankheits- sowie therapiebedingte Einschränkungen und Spätfolgen solcher Behandlungen sind dokumentiert. Schon in jungen Jahren leiden viele ehemalige Patienten unter Symptomen eines metabolischen Syndroms mit einem stark erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und Diabetes mellitus.
Neben den unerwünschten somatischen Wirkungen einer Krebstherapie sind zusätzlich die psychischen und psychosozialen Auswirkungen zu berücksichtigen. Diese stehen häufig in enger Relation zu den körperlichen Spät- und Langzeitfolgen des pädiatrisch-onkologischen Krankheitskomplexes. In der Folge davon ist die gesundheitsbezogene Lebensqualität meist stark beeinträchtigt.
Durch körperliche Aktivität lassen sich einige dieser Akut-, Spät- und Langzeitfolgen modifizieren. Sport und Bewegung hier nimmt eine wichtige Rolle hinsichtlich dem Auf- und Ausbau sozialer Beziehungen ein. Allerdings fühlen sich die kleinen Patienten – aufgrund des Erlebten und der Spätfolgen – oft nicht in der Lage selbst körperlich aktiv zu werden. Sie laufen Gefahr in eine Art Teufelskreis zu verfallen, aus dem ein fortschreitender Verlust der körperlichen Leistungsfähigkeit resultiert.

Konzept und Ziele
Hier setzt das Konzept der Ballschule INKLUSIV an: Die jungen Patienten bekommen– nach Abschluss der onkologischen Akutbehandlung – die Möglichkeit sich wieder Stück für Stück an körperliche Aktivtät heran zu wagen, soziale Kontakte zu Kindern gleichen Alters aufzubauen und die damit verbundenen Gesundheitspotentiale zu nutzen. Die Kinder verbessern ohne Leistungsdruck spielerisch-beiläufig ihr sportliches Geschick und ihre körperliche Fitness. Freude und Spaß an Bewegung stehen im Vordergrund.
Was sind die Leitsätze der Ballschule INKLUSIV?
• Entwicklungsgerechte Förderung: „Kinder sind keine verkleinerten Erwachsenen!“
• Kindgemäßes Lernen:
„Probieren geht vor Studieren!“
• Kreatives Spielen und Üben:
„Vielseitigkeit ist Trumpf!“
• „Mehr Bewegung für ALLE Kinder!“
Welche Ziele verfolgt die Ballschule Heidelberg?

Projektziel_inklusiv

Der ganzheitliche Ansatz der Ballschule INKLUSIV zielt auf die Verbesserung der psychosozialen Gesamtsituation und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Die Kinder bekommen in der Gruppe den Freiraum, ihren natürlichen kindlichen Bewegungsdrang auszuleben. Die Patienten können sich ausprobieren und schrittweise neues Vertrauen in sich selbst und den eigenen Körper entwickeln. Das inklusive Sportangebot eröffnet den betroffenen Kindern nach langer Isolation die Chance, neue soziale Kontakte zu Gleichaltrigen aufzubauen und vermittelt wieder ein Stück Normalität. Umgekehrt lernen die gesunden Kinder den Umgang mit einer solchen Krankheit und können spielerisch die Kontaktangst ablegen. Da die beschriebenen Probleme nicht ausschließlich auf onkologische Erkrankungen zutreffen, sollen die Erfahrungen, die im sehr heterogenen Feld der Pädiatrischen Onkologie gesammelt werden, langfristig auch für andere Diagnosegruppen genutzt werden und das Angebot auch Kindern mit anderen chronischen Erkrankungen offen stehen.
Die Ballschule INKLUSIV greift die Grundidee der Ballschule Heidelberg auf und hilft den pädiatrisch-onkologischen Patienten nach ihrer Erkrankung einen Teil ihres normalen/aktiven Lebens zurück zu gewinnen. Nach der Therapie können die Kinder in bereits bestehenden Ballschulgruppen ein- bis zweimal pro Woche spielen und üben. Das zugrundeliegende Inklusionskonzept steht dafür, dass die Kinder mit Beeinträchtigungen nicht nur betreut, sondern ihren Fähigkeiten entsprechend gefördert werden.

Durchführung
Am Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Heidelberg (Im Neuenheimer Feld 720) können die Kinder ab sofort an zwei bereits bestehenden Gruppen teilnehmen.
Die Ballschul-Stunden finden dienstags von 14:45 bis 16:00 Uhr statt.
Gruppe I: Kindergartenkinder (3 bis 6 Jahre)
Gruppe II: Grundschulkinder (6 bis 9 Jahre)

mehr Informationen zu den Kursen und der Anmeldung finden Sie hier.

Knappe Informationen zum Projekt finden Sie zudem im Flyer (pdf)